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Ecuador

Ist ein Land in Lateinamerika, das, wie der Name schon sagt, auf dem Äquator liegt.

Seine Bevölkerung: 13 Millionen.

Das Land ist gewissermaßen von Nord nach Süd in drei Regionen unterteilt: Im Westen die Küstenregion, in der Mitte die Sierra, der Gebirgszug, und im Osten die Amazonasregion, die fast die Hälfte der Fläche des Landes überdeckt, aber dünn besiedelt ist.

Die Regionen, in denen Kakao angebaut wird, befinden sich im westlichen Teil des Landes von Nord nach Süd und im Osten.

Früher wurde der Kakao aus Ecuador für sein blumiges und fruchtiges
Aroma sehr geschätzt. Die Schokolade aus diesen Bohnen war mild und wenig bitter.

In den vergangenen Jahrhunderten war Ecuador und sein Kakao "Nacional" mit Venezuela und Soconusco in Mexiko mit seinem "Cacao Real" sicherlich eines der bekanntesten Anbaugebiete für Kakao.

Der Ausdruck "Arriba" (von oben) stammt aus der Zeit, als die Händler den Kakao aus dem Norden nach Guayaquil herbrachten.

Allerdings hat dieses Land wie alle anderen lateinamerikanischen Länder im Laufe der Jahre seinen Glanz verloren.

Die Gründe hierfür können in wenigen Punkten zusammengefasst werden:

  • der zu niedrig bezahlte Preis für die Bohnen,
  • die fortschreitende Entwicklung hin zu Kakaosorten, die mehr Kakaobutter enthalten, unabhängig von seinen Aromen und Geschmacksrichtungen,
  • der Wettbewerb mit afrikanischen Kakaos, die in großen Mengen produziert werden aber weder fein noch aromatisch sind.

Unter diesem Druck des Weltmarktes wandten sich die ecuadorianischen Kakaoerzeuger nach und nach

  • vom Kakao ab, um sich anderen Kulturen zuzuwenden,
  • und ersetzten den Edelkakao "Nacional" oder "Arriba" durch ergiebigere, aber weniger aromatische Sorten.

Wir sahen viele alte Plantagen mit über 50 Jahre alten Bäumen. Manchmal wurde uns selbst gesagt, sie wären mehr als 80 Jahre alt.

Viele von ihnen wurden durch Mais, Weiden für Kühe oder andere, lukrativere Kulturen ersetzt.

Allerdings haben wir auch schöne gepflegte Plantagen mit neuen Anpflanzungen gesehen.

Oft waren es Klone aus der Familie des CCN51, produktiver als der "Nacional" und vor allem widerstandsfähiger gegen Krankheiten.

Der "Hexenbesen" und die "Monilia" waren in jeder Plantage, die wir besuchten, zu finden und mehr oder weniger ausgeprägt.

Die aromatische Variante leidet mehr darunter als der CCN51, daher ist es normal, dass die Farmer die Sicherheit vorziehen.

In einigen Plantagen sahen wir auch weißen Kakao, also bei dem das Innere der Bohnen weiße ist.

Einige sprechen von "Criollo" und andere sagen, es sei eine Sorte "Forastero". Doch es gibt nicht mehr viele, und die Farmer erzählten uns, diese Sorte sei noch empfindlicher, anfällig für Krankheiten und mengenmäßig weniger ergiebig.

Außerdem ist der erhaltene Preis für diese außergewöhnlichen Bohnen nur geringfügig höher als für die anderen, und man sagte uns, die Produktion erreiche kaum ein Fünftel der des CCN51 pro Hektar.

Der CCN51 ist international stark diskreditiert worden, doch gut fermentiert und gut verarbeitet bei der Herstellung von Schokolade wird eine gute Qualität daraus, nicht außergewöhnlich in Geschmack und Aroma, aber dennoch vom guten Niveau bekommen.

Die erstmalige Verwendung des Kakaos

Bis vor weniger Zeit war die älteste bekannte Verwendung in Mexiko.

In Wirklichkeit und seit der Eröffnung des Schokoladenmuseums Choco-Story in Brügge waren die Sprünge in die Vergangenheit folgende:

  • 600 Jahre v. Chr. ein gefundener Topf in Agua Azul in Belize,
  • 1100 Jahre v. Chr. die Verwendung des Fruchtfleischs des Kakaos, entdeckt in Keramiken in Honduras,
  • 1850 v. Chr. die Mokayas-Indianer der Region von Soconusco im Süden Mexikos,
  • 2000 v. Chr. die Präolmeken der Region von Véracruz,
  • 3500 Jahre v. Chr. die Verwendung durch die Shuar-Indianer im Süden Ecuadors, wo Palanda liegt.

Die Geschichte des Kakaos macht folglich erneut einen Sprung in der Geschichte, diesmal von 1500 Jahren.

Vor 5500 Jahren hatten die Shuar-Indianer, in Europa besser unter dem Namen Jivaros oder Kopfabschneider bekannt, in einem riesigen Gebiet, das den jetzigen Süden Ecuadors und den Norden Perus überdeckt, eine große lithische Zivilisation entwickelt.

Ihr Know-how bei der Bearbeitung von Steinen war außergewöhnlich.

Wir haben aus Hartgestein gehauene Vasen, Becher und Schalen von bemerkenswerter Finesse gesehen.
Einige sind so fein, dass sie lichtdurchlässig sind.
Für Objekte aus Stein, die über 5.000 Jahre alt sind, haben einige Formen von erstaunlicher Komplexität.
Sie verwendeten auch Kakao. Dies beweist ein Foto des Fragments einer Versteinerung in Schotenform.
Aber bis heute wissen wir nicht, wie der Kakao verwendet wurde.

Es war logisch, dass schon früh Kakao verwendet wurde, da er in den Ländern rund um das Amazonasbecken wo er in wildem Zustand zu finden war.

Doch man musste konkrete Spuren finden, um dies zu beweisen.

Es ist vollbracht, und andere archäologische Funde werden den langen Weg, dem der Kakao vom Amazonasbecken nach Mittelamerika und Mexiko gefolgt ist, wo er seine Blütezeit erreicht hat, bestätigen.

Die Jivaros

Der Begriff "Jivaros" umfasst fünf Volksgruppen.

  • In Ecuador: die Shuars, die Achuars und die Shiwiars.
  • In Peru: die Aguarunas (oder Awajuns) und die Huambisos.

 In europäischen Ländern sind die Jivaros als Kopfabschneider bekannt, sie reduzierten diese Köpfe auf die Größe einer Orange.

Das Anfertigen eines Schrumpfkopfes oder "Tsantsas" fand während eines Rituals statt.
Es war ein Akt mit dem Wunsch nach Rache, für Gerechtigkeit.
Um sich an einem Mann zu rächen wurde er enthauptet und sein Kopf reduziert, wobei darauf zu achten war, seinen rachsüchtigen Geist gefangen zu halten. Der Mund wird zugenäht.
Den Kopf zu reduzieren ermöglichte es, den Geist des Verstorbenen im Inneren einzuschließen und sich somit vor seiner Rache zu schützen.

Die häufigsten Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen oder Stämmen wurden daher nicht ausgetragen, um sich Reichtum oder Gebiete anzueignen, sondern vielmehr, um die Stärken und den Geist des Feindes zu übernehmen und sich so für die früheren Übergriffe und Morde an ihm zu rächen, in einem endlosen Zyklus der "Vendetta". Die als Trophäen mitgebrachten Köpfe der getöteten Feinde wurden während eines langen und komplexen Rituals verwandelt, um die Seele des Opfers einzuschließen und so einen Schutz vor der Rache der anderen Seite zu erhalten. Da der getötete Feind auch einen rachsüchtigen Geist hervorbrachte, war es wichtig, diesen im Kopf seines Besitzers gefangen zu halten. Sobald der Kopf entleert und entbeint war wurde er mit heißer Asche und Steinen getrocknet, um ihn schrumpfen zu lassen, mit Sand gefüllt, zugenäht und umgeformt. Um den Hals seines Besitzers gehängt diente er danach bei einer Zeremonie dazu, den Vorfahren zu zeigen, dass die Rache vollbracht war.

Der Kakaoverbrauch heute

Die Tradition der Verwendung des Kakaos wurde im Laufe der Jahrhunderte offenbar nicht fortgesetzt.
Das Schokoladengetränk wird wenig und nur im mittleren, bergigen Teil des Landes verzehrt.

Wir haben zwei Rezepte aufgeschrieben:
1 Liter Milch
1/3 Stück Kakaomasse
1 Piloncillo oder kleiner Kegel nicht raffinierten Rohrzuckers
Zimt
Anis
Ein zweites Rezept ist interessanter:
Wasser
Kakaomasse
Banane
Zimt
Zitronengras
"Arasá": eine lokale Frucht wie Guyave.

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Nacional = Edelkakaosorte

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Herkömmliche Herstellung von Kakao: Rösten

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Mahlen mit Mühle

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Traditionelles Mahlbrett

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Kakaomasse in Schotenform

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Zu Pulver zermahlt zum Auflösen in Wasser

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Bananenplantage, Konkurrent des Kakaos

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cacao nacional

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cacao nacional

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Der Kakao trocknet

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Der Kakao trocknet, selbst vor einer Kirche

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Der Kakao trocknet

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Ortsplan Santa Ana La Florida

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Der Grundbau der Hütten war aus Stein

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Schöne Schälchen in Stein gemeißelt

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Kinder

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Ein hundertjähriger Kakaobaum

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Eine Versteinerung in Schotenform

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Eddy Van Belle vom Choco-Story-Museum zeigt das 5500 Jahre alte Stück

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Die Straße, die zur Ortschaft führt, 450 km auf Bergwegen

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Voller Hindernisse: Öffnungszeiten der Straße

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Kühe

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Eingestürzte Flanken

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Der Kakao trocknet entlang der Straße in der Gosse

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Der Kakao trocknet auf einem Sack

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Der Rio Marañon in Peru, der die nordwestliche Region Amazoniens durchquert

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Weißer Kakao aus der Umgebung des Rio Marañon

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Kinder

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Goldsucher am Rio Puno

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Ein tausendjähriger Baum

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Kakaoverkauf auf dem Markt von Misahualli

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Maden = das Bonbon des Regenwalds

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Zubereitung von Pommes auf dem Markt von Misahualli

Die Geschichte des Kakaos = 5.500 Jahre

Die Geschichte des Kakaos hat wieder einmal einen Sprung rückwärts gemacht. Diesmal 1.500 Jahre.

Im Laufe des Jahres 2014 wurden die Studien des CIRAD in Montpellier veröffentlicht.

In diesem Forschungszentrum wird die Genetik des Kakaos und der verschiedenen Familien des Theobroma cacao untersucht.

Der Kakao wuchs in wildem Zustand im Nordwesten des Amazonasbeckens.

Es ist daher logisch, dass die ersten Verwendungen von Kakao eher in diesem Teil der Welt als in Mexiko stattfanden, wohin bislang die älteste Spur (4.000 Jahre) seines Verzehrs führte.

Ein 5.500 Jahre alter, im Süden Ecuadors liegender Ort mit der Bezeichnung Santa Ana La Florida in der Nähe von Palanda brachte jede Menge von Objekten zum Vorschein, die zum Teil Nahrungsreste enthielten.
In einigen von ihnen konnte das Vorhandensein von Theobromin und somit Kakao festgestellt werden.

Die Region erstreckte sich über den südlichen Teil Ecuadors, wo die Shuar-Indianer lebten, und den äußersten Norden von Peru, wo die Awajun-Indianer angesiedelt waren.

Zwei Völker, die wir bei uns besser unter dem Namen Jivaros kennen (siehe Webseite Choco-Story, Länder, Ecuador).

Die Verwendung von Kakao durch den Menschen fand demnach bereits 3.500 Jahre v. Chr. statt, d. h. vor 5.500 Jahren!